Über mich

Hallo, ich bin Vanessa und ich bin viele.
Wo soll ich also anfangen? Ich war schon immer kreativ, habe es aber erst später gemerkt. Der kreative Platz in der Familie war schon besetzt, so habe ich lange gebraucht, um auch meinen Raum zu finden und auch zu fordern. Nach dem Abi ging es erstmal auf die Schauspielschule. Das war kein lange geplantes Vorhaben, sondern so wie mein ganzes Leben- eine spontane Entscheidung. Es gab irgendwie keine Alternative, keinen Plan B.

Und danach? Da stand mir die Welt offen. Viele Rollen, die nur darauf warteten, von mir gespielt zu werden. Nein, nicht wirklich. Ich wurde in Rollenbilder gepresst, die mich nicht interessierten. Für die, die ich gerne gespielt hätte, wurde ich nicht besetzt. Da war ich angeblich nicht der Typ. Ich hätte mich zu sehr verändern und verbiegen müssen, um dem zu entsprechen.
Ich wollte Figuren entwickeln, entdecken und selbst kreativ sein. Doch als Schauspielerin? Schwierig. Ich eckte an, konnte mich mit mancher Regie und Vision nicht identifizieren. Fühlte mich wie ein Hamster, der einen Parkour abläuft. Der kreative Spielraum war mir zu klein. Ich brauchte Raum. Viel Raum. Also doch Regie.

Hier konnte ich mich ausleben. Konnte Schauspieler*Innen mehr Raum geben, ohne mich zu sehr einschränken zu müssen. Ich gab meine Leidenschaft fürs Theater an Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiter. So hoffe ich wenigstens. Und dann gab es doch wieder eine Einschränkung. Der Text. Mich strickt an eine Textfassung zu halten, fiel mir immer schwer. Doch viele Autoren und Verlage bestehen auf eine unveränderte Fassung, jede noch so kleine Änderung muss vorher besprochen werden. Was dann? Selber schreiben oder einen Text verwenden, dessen Autor*In schon lange genug tot ist, um sich nicht mehr beschweren zu können.

Was konnte nach diesem Befreiungsschlag noch kommen? Ich eröffnete mein eigenes kleines Theater. Das ist doch der einzige Schluss. Naja, Schluss ist hoffentlich noch lange nicht. Aber eine Pause gab es doch. Durch dieses Wort, das keiner mehr hören möchte, aber niemand ausblenden kann. Corona zwang mich, mein Theater zu schließen, meine Arbeit niederzulegen. Und jetzt?
Tja, jetzt hat mich das Schreiben wieder gefunden. Ich veröffentliche sowas wie Poesie auf meinem Instagram-Account und lasse alle an meinem Gedankenchaos teilhaben. Warum?
Weil ich nicht anders sein kann. Ich brauche kreativen Raum, auch wenn er digital ist.